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| Ein neues Kunststoffrohr mit optimaler Hydraulik: Der Mitarbeiter macht die Rekord-Dimensionen des Wickelrohrs von Le Pecq anschaulich. |
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KMG LinerTec baut HDPE-Wickelrohr DN 2750 ein
Wenn Kanäle sehr großer Nennweite unter erschwerten Randbedingungen saniert werden müssen, spielt die Wickelrohr-Technologie Ihre Stärken aus. So auch im Oktober 2011 in der französischen Gemeinde Le Pecq bei Paris. Hier wurden 281Meter eines undichten Regenwassersammler DN 3000-3300 mit einem Wickelrohr-Liner DN 2750 saniert. Zum Einsatz kam bei dem durch die KMG LinerTec GmbH (Leipzig) realisierten Vorhaben das Wickelrohrverfahren SPR™ PE, das mancher unter seinem alten Namen RIBLINE kennt. Für diese Verfahrensvariante der Wickelrohr-Sanierungstechnologie markiert Le Pecq einen neuen Nennweiten-Rekord in Europa. Le Pecq ist eine Kommune an der westlichen Peripherie des Großraums Paris, deren Abwassentsorgung dem Abwasserverband „Syndicat Intercommunal d´Assainissement de la Région de Saint-Germain-en-Laye“ obliegt, einem Zusammenschluss von 9 Gemeinden um Saint-Germain en-Laye. Im Ortsbereich von Le Pecq, unmittelbar neben dem privaten Exklusiv-Freizeitzentrum „Les Pyramides“ entlang und unter der viel befahrenen Hauptstraße D 186 hindurch, betreibt das als Netzwerk-Dienstleister für das Syndicat tätige Unternehmen Lyonnaise des Eaux einen der größten Kanäle des Verbandsgebietes: ein 281 Meter langes Wellblechrohr DN 3000 / DN 3300 leitet hier die gesammelten Niederschlagswässer der Region am westlichen Seine-Ufer in den Fluss ab. Das voluminöse Rohr war dennoch nicht groß genug. Die schlechten hydraulischen Eigenschaften des Wellblechrohres führten dazu, dass es in der Praxis immer wieder überlastet war und es ein ums andere Mal zu Rückstauereignissen kam. Um diesem Missstand ein Ende zu setzen, ließ der Betreiber ein Sanierungskonzept durch die Ingenieurgesellschaft SAFEGE ausarbeiten. Erklärtes Ziel der Sanierung war es, für mindestens 50 Jahre ausreichende Abflusskapazitäten sicher zu stellen. Sehr schnell wurde bei der Sanierungsausarbeitung deutlich, dass ein offener Neubau angesichts der Randbedingungen überhaupt nicht in Frage kam. Aber auch die grabenlose Sanierung in dieser Örtlichkeit stellte Anforderungen, die den Kreis der technischen Möglichkeiten drastisch beschränkten. Die einzige Option für einen Zugang zum Kanal war ein rund 12 Quadratmeter großer und bis zur Bauwerkssohle 5 Meter tiefer Schacht, der sich auf einem schmalen Fußgängerweg neben der D 186 einrichten ließ. Von hier aus musste – mit welchem Verfahren auch immer- die gesamte Baumaßnahme in beiden zu sanierenden Strecken durchgeführt werden. Schlauchlining-Technologie schied aus, weil Liner dieser Nennweite derzeit bei keinem Verfahren möglich sind. Auch die Oberflächenstruktur des Wellblechrohres sprach gegen einen Schlauchliner. Für ein Relining mit GFK-Kurzrohren wäre die Baugrube in den möglichen Dimensionen nicht ausreichend gewesen. Also fokussierten sich die Überlegungen der Planer –mehr oder minder zwangsläufig- auf ein Wickelrohrverfahren als Lösung. Bei diesem seit 1978 bewährten Verfahrenstypus, dessen aktuelle Varianten unter dem Markennamen SPR fast ausschließlich in der SEKISUI SPR Europe GmbH vereint sind und in der Praxis von deren Tochterunternehmen in der KMG-Gruppe eingesetzt werden, wird ein Endlos-Profilstreifen aus PVC oder HDPE im Kanal zu einem Rohr gewickelt. Die wasserdichte Verbindung der einzelnen Windungen wird –je nach Verfahrens-Variante- entweder durch ein Nut- und Feder-Schloß des Profilstreifens ermöglicht, oder aber durch eine Schweißverbindung. Bei dem in Le Pecq eingesetzten Verfahren SPR™ PE (früher RIBLINE) wird ein HDPE-Profil mit senkrecht integrierten, kunststoffummantelten Stahlstegen per Extrusionsschweißung verarbeitet. Stärke und Breite dieser Stahlstege hängen vom Einsatzfall, insbesondere vom Durchmesser des entstehenden Liners ab. In Le Pecq wurde die KMG LinerTec GmbH als Subunternehmen des lokalen Sanierungsunternehmens HPBTP (Paris) tätig. Haupt-Akteur des Verfahrens ist eine kreisrunde, stationär im Schacht positionierte Wickelmaschine mit angegliederter Extrusionsschweiß-Einheit. Während der Rahmen des Gerätes das von einer oberirdischen Trommel laufend nachgeführte Profilband in die gewünschte Kreisform der erforderlichen Nennweite zwingt, stellt die Schweißmaschine die kraftschlüssige und wasserdichte Verbindung der Wicklungen her. Der so entstehende Liner wird Wicklung um Wicklung in den alten Kanal hinein gedreht, bis er den Zielpunkt erreicht. Das war in Le Pecq einerseits die Mündung in die Seine, andererseits ein unterirdischen Bauwerk, in dem zwei Sammler in das Wellblechrohr einmünden. Nachdem der erste, 211 Meter lange Bauabschnitt in Fließrichtung erfolgreich saniert war, wurde die Wickelmaschine binnen kürzester Zeit in der Baugrube um 180° gedreht und nun für einen 70-Meter-Einsatz gegen Fließrichtung umgerüstet – einschließlich des notwendigen Gerüsts für das Bedienungspersonal der mächtigen, selbst rund 1 Tonne wiegenden Maschine. Nun dauerte es weitere 4 Arbeitstage, bis auch der zweite Abschnitt mit dem HDPE-Liner ausgekleidet war; im letzten Arbeitsgang wurde schließlich der Ringraum zwischen Liner und Wellrohr mit einem Flüssigmörtel verdämmt: Rund 600 Kubikmeter dieses Materials waren dazu erforderlich. Vorab wurde der Liner mit einer mechanischen Aussteifung gegen Auftrieb, Lageabweichung und Deformation während der Ringraumverfüllung gesichert. Letztlich konnte das Projekt Le Pecq aus der Sicht aller Beteiligten, insbesondere des Auftraggebers, als voller Erfolg verbucht werden. Bei der gegebenen Nennweite des Liners und seiner hoch glatten Innenfläche haben sich die hydraulischen Kapazitäten des Kanals nun so verbessert, das Rückstauereignisse in den nächsten Jahren und Jahrzehnten der Vergangenheit angehören dürften. Für SEKISUI SPR bzw. die KMG-Gruppe markiert das Mega-Wickelrohr von Le Pecq nicht den ersten technischen Rekord im Sanierungsmarkt - und, wie die Geschäftsleitungen der Unternehmen überzeugt sind, sicherlich auch nicht den letzten.
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