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News 2010
Interflow und SEKISUI Rib Loc gewinnen ISTT Award

Preisgekrönter Rekord

Zusammen mit Technologie-Provider SEKISUI Rib Loc gewinnt Interflow den renommierten ISTT No-Dig Award 2010 in der Kategorie „Trenchless project completed“. Mit der internationale Auszeichnung wurde ein Bauprojekt prämiert, das einen Weltrekord aufstellte: Die beiden Firmen sanierten in Sydney, Australien fortlaufend 706 m Abwasserkanal in einem Durchmesser von 2.400 mm.

Seit 1986 prämiert die International Society for Trenchless Technology (ISTT) besonders bemerkenswerte Errungenschaften der grabenlosen Rohrsanierung mit dem NO-DIG Award. Diesjährige Preisträger in der Kategorie „Trenchless project completed“ sind Interflow und Technologiepartner SEKISUI Rib Loc. „Wir freuen uns sehr über diesen renommierten Award, der unsere intensive Arbeit würdigt“, sagt Geoff Weaver, Managing Director von Interflow. Die Kriterien der Jury erfüllten die beiden Preisträger mehr als gut: „Wir wurden für ein Bauprojekt ausgezeichnet, das gleich in mehrfacher Hinsicht richtungsweisend für die grabenlose Rohrsanierung mit der Wickelrohrtechnologie ist“, sagt Edmund Luksch, President der international tätigen SEKISUI SPR Europe Gruppe, deren Tochterfirma SEKISUI Rib Loc die Technologie für das Bauprojekt geliefert hat. Denn sowohl Interflow als auch SEKISUI Rib Loc haben das Unmögliche möglich gemacht: Die beiden Unternehmen entwickelten Innovationen sowohl in der Technologie selbst als auch beim Einbauverfahren, um den herausfordernden Rahmenbedingungen optimal zu begegnen.

Das Projekt in Kürze
Interflow sanierte einen Hauptsammler mit 2,520 mm in Sydney, Australien und SEKISUI Rib Loc lieferte die dafür notwendige Technologie und das Profil. Der Weltrekordliner hat einen Durchmesser von 2,4 m und ist 706 m lang. Der Liner wurde im Rahmen der Sanierung der NGRS Leitung hergestellt, Kunde von Interflow ist hierbei Sydney Water. Die North Georges River Submain (NGRS) Leitung ist ein wichtiger Bestandteil des Abwassersystems von Sydney Water. Die Behörde vergab an Interflow den Auftrag, Abschnitte dieser Rohrleitung zu erneuern und mit einer neuen Innenauskleidung zu versehen, die insgesamt eine Länge von 5.438 m hat. Das Projekt wurde im Juni 2008 gestartet und im Mai 2010 erfolgreich abgeschlossen.

Innovationen in Herstellung und Installation
Die Herausforderung bestand zum einen darin, einen Liner eines derartigen Ausmaßes baulich zur Verfügung zu stellen und zum anderen, den Liner in einem ungewöhnlich großen Abstand zwischen den bestehenden Schächten zu installieren. Die Lösung war die SPRTM PE Technologie von SEKISUI Rib Loc, ein einzigartiger, stahlverstärkter Liner aus Polyethylen mit hoher Dichte. Auf diese Weise war er in der Lage, selbst bei einem großen Durchmesser von 2,520 mm den angewandten Lasten standzuhalten, die erforderliche Stabilität in der Struktur aufzuweisen und den inneren Durchmesser von 2,400 mm aufrecht zu erhalten. Von einem bestehenden Schacht aus formte die Wickelmaschine in-situ einen endlosen Profilstreifen spiralförmig zu einem Liner. Die Größe und Länge der Wickelrohrliners, der von der feststehenden Maschine eingebracht wird, wird von zwei Faktoren determiniert: durch das Drehmoment der Wickelmaschine und durch seine Eigenschaft, die Reibungskräfte zu überwinden, die durch die Drehbewegung des neu gewickelten Rohres in der Leitung entstehen. Um den Liner auf einer fortlaufenden Länge von 706 m zu installieren, entwickelte Interflow zusätzlich eine innovative Technik, um diese Reibung zu reduzieren: Der Liner wurde während des Wickelvorgangs auf dem Durchfluss in der Leitung geflößt. Die Technik beinhaltete auch eine Steuerung der Pegelstände, um innen und außen am Liner einen optimalen Durchfluss des Liners sicherzustellen.
Sydney Water hat durch die anspruchsvollen Rahmenbedingungen die Industrie veranlasst, sich einer echten Herausforderung zu stellen. Und schließlich war das der Auslöser für eine weltweit führende Lösung. Die Beiträge von Kunden, Vertragspartner und Technologie-Anbieter waren alle entscheidend für den Erfolg des Projekts, der nun auch durch den ISTT Award bestätigt wurde.
SEKISUI SPR Gruppe DIN EN ISO 14001 zertifiziert

Mit der Zertifizierung der SEKISUI NordiTube Technologies SE im Januar 2010 sind nunmehr alle Tochtergesellschaften der SEKISUI SPR Europe GmbH, sowie die Muttergesellschaft selbst nach dem Umweltmanagementsystem DIN EN ISO 14001 zertifiziert. Damit unterstreicht die SEKISUI SPR Gruppe ihr Ziel Umweltverantwortung zu übernehmen und in ihren strategischen Ausrichtungen zu berücksichtigen.

Vor der Zertifizierung der SEKISUI NordiTube Technologies SE wurde als erste Tochtergesellschaft die SEKISUI RibLoc Australia Ltd. Pty im November 2009 nach dem Umweltmanagementsystem DIN EN ISO 14001 zertifiziert. Es folgten im Januar 2010 die KMG Pipe Technologies GmbH, die KMG LinerTec GmbH sowie die SEKISUI SPR Europe GmbH selbst. Damit haben alle Gesellschaften gegenüber unabhängigen Zertifizierungsgesellschaften ihre Umweltverantwortung sowie die Umsetzung der Forderungen der Norm dargelegt.

Die Vorgaben für das Umweltmanagementsystem wurden durch die SEKISUI SPR Europe in Form eines UM-Handbuches, von UM-Verfahrensanweisungen und einiger verbindlich festgelegter Nachweisdokumente gemacht. Dabei ging es in erster Linie um die Ist-Datenerfassung der CO2-Emissionen aller Gesellschaften, um zukünftig darauf aufbauend Umweltprogramme zur Reduzierung der CO2-Emissionen festlegen zu können. Dies beinhaltete die Erfassung der Fahrzeugdaten sowie der Verbrauchsdaten für Strom, Wasser, Heizöl, Diesel etc. Weiterhin wurden die Daten der anfallenden Reststoffe in Zusammenhang mit den ggf. entstandenen Kosten aufgezeichnet.

Die Einführung des Umweltmanagementsystems bei SEKISUI SPR ist aber nur ein erster Schritt zur gruppenweiten Umsetzung des CSR- (Corporate Social Responsability) Gedankens, der den freiwilligen Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung, über die gesetzlichen Forderungen hinaus, beschreibt. In einem nächsten Schritt werden die einzelnen Standorte unter den Gesichtspunkten „äußeres Erscheinungsbild“ und „Arbeitssicherheit“ angegangen.

Die seit kurzem gegründete CSR Abteilung innerhalb der SEKISUI SPR Gruppe wird zukünftig übergeordnet die Umweltprogramme für alle Tochtergesellschaften zentral überwachen und Optimierungen ausarbeiten. Dabei verfolgt sie das Ziel bei allen Maßnahmen den Umweltgedanken in die Unternehmen hinein bis zum letzten Mitarbeiter und auch zu Partnern und Kunden zu tragen.
Ob Kleinstadt oder Metropole: Kanalsanierung mit SPRTM-Wickelrohrlining überzeugt

Baustellensituation in der Moskauer Timura-Frunze-Straße
Die saarländische Gemeinde Heusweiler und die russische Hauptstadt Moskau haben etwas gemeinsam: Sie sind jetzt europaweit technologische Vorreiter in puncto Sanierung von Abwasser-Kanälen. Hier wie dort sanierte die KMG LinerTec, (Glebitzsch) 2009 groß dimensionierte Abwasserkanäle erfolgreich mit dem SPRTM-Wickelrohrverfahren der SEKISUI SPR GmbH, Schieder-Schwalenberg. In der Weltstadt wie in der Kleinstadt konnte das in Japan entwickelte SPRTM-Verfahren seine systemspezfischen Vorteile voll ausspielen.

SPRTM: Wickelrohrverfahren aus Japan
SPRTM ist ein Verfahren zur Sanierung groß dimensionierter Abwasserbauwerke durch in situ-Herstellung eines Wickelrohres aus einem stahlverstärkten PVC-Profilband und einer statisch tragfähigen Ringraumverfüllung. SPRTM wurde vom Industriekonzern SEKISUI (Osaka) in dessen Labors in Kyoto entwickelt. Durch SEKISUIs Investement in die CPT Gruppe (75% der Anteile) im Jahr 2008 konnte das Wickelrohrportfolio der SEKISUI SPR Gruppe um die am Markt bereits etablierten Sanierungstechnologien Ribline, Expanda und Ribsteel, die nun als SPRTM PE, SPRTM EX und SPRTM ST angeboten werden, ergänzt werden. Somit ist ein weiteres Produkt in der variantenreichen Familie der Sanierungstechnologien unter dem Dach der SEKISUI SPR Europe GmbH gebündelt worden, das die breite Lösungskompetenz des Unternehmens auf dem Gebiet der unterirdischen Infrastruktur unterstreicht.
Für die exklusive Vermarktung dieser Technologien in Europa und dem Mittleren Osten wurde unter dem Dach der SEKISUI SPR Europe die KMG LinerTec GmbH mit Christopher Moritz als Geschäftsführer in Deutschland gegründet. Vom Hauptsitz in Glebitzsch (bei Leipzig) werden alle Wickelrohr-Aktivitäten zentral gesteuert und abgewickelt.

Mit Ihrem Produkt-Portfolio ist die LinerTec auf die Sanierung von Groß- und Sonderprofilen spezialisiert und bietet schwerpunktmäßig folgende Dienstleitungen an:
- Identifikation und Aktivierung von Synergie Potentialen der einzelnen Verfahren
- Zulassungen und Normierungen
- Akquisition und Abwicklung von Projekten in Europa
- Partnering und Lizenzierungen in Europa
- Material- Disposition und Vertrieb
In neuen Märkten identifiziert das Expertenteam der LinerTec Projekte neue Einsatzgebiete und adaptiert die Technologien für die entsprechenden Regionen und Anforderungen. Darüber hinaus baut die LinerTec Partnerschaften in Europa und dem Mittleren Osten auf, um die Wickelrohr-Technologien weiter zu fördern.
Als Ansprechpartner fungiert dabei ein internationales Sales-Team zur Koordination und Kommunikation der anstehenden Herausforderungen, welches den LinerTec Partnern jederzeit für die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen zur Verfügung steht. Diese beinhalten in der Regel eine detaillierte, projektspezifische Ausarbeitung über die optimale SPR-Technik, die Kosten, Statik, Hydraulik sowie einen realistischen Bauzeitenplan.

Ein Fall für SPRTM: Regenwassersammler in Moskau
Diese Kompetenzbündelung ließe sich kaum besser illustrieren als durch ein aktuelles Sanierungsprojekt in der russischen Hauptstadt Moskau, das KMG LinerTec im November 2009 abwickelte. Der dort zu lösende Problemfall war ein baufälliger gemauerter Regenwasserkanal, der mit Kreisprofil-Nennweiten von DN 1100 und DN 1300 bei einer Überdeckung von 2,10 bis 2,30 Meter unter der Timura Frunze-Straße lag. Bei der Sanierung kam es neben einer dauerhaften Sanierungswirkung darauf an, so „grabenlos wie möglich“ zu sanieren und so schnell wie möglich das Projekt zu realisieren. Seitens der Auftraggeber wurde ein sehr enges Zeitfenster gesetzt: Zwei Wochen für die vorbereitenden Arbeiten, wieBaustelleneinrichtung, Herstellung der Zugänglichkeit und Reinigung sowie der Inspektion einschließlich Kalibrierung des Sammlers. Die Kalibrierung diente der Feststellung der für den Wickelrohreinbau tatsächlich verfügbaren Nennweite in den beiden Sanierungsstrecken. Der Vorzug des SPR-Verfahrens für dieses Projekt liegt darin, dass reale Nennweiten maximal genutzt werden können, indem man die Wickelmaschine vor Ort auf die verfügbare lichte Weite einstellt. Unter der Timura Frunze-Straße lief das darauf hinaus, dass in den 309 Meter langen Sanierungsabschnitt DN 1300 letztlich ein Rohr DN 1200 eingewickelt wurde, während man das SPRTM-Rohr für die 67 Meter DN 1100 mit DN 950 bemaß.

Grabenlose Sanierung bis DN 5500 ohne Baugrube möglich
Der verbleibende Ringraum zwischen Wickel-und Altrohrrohr wird mit einem Hochleistungs-Vergussmörtel verfüllt, der nach der Aushärtung zur statischen Tragfähigkeit des Systems beiträgt. Die Größe des Ringraumes richtet sich nach den statischen Erfordernissen. Für den eigentlichen Wickelvorgang als zentralen Arbeitsgang des SPR-Verfahrens wurden in Moskau acht Arbeitstage veranschlagt und auch benötigt. Dazu wurden erst einmal die Komponenten der Wickelmaschine über einen Revisionsschacht in den Kanal hinab gelassen und am Haltungsanfang einsatzfertig montiert. Die Konstruktion der Wickelmaschine ist exakt auf Profil und Nennweite des jeweiligen Kanals ausgelegt. Ihre modulare Konstruktion hat den Vorzug, dass da, wo ein Einstiegschacht mit 60 Zentimeter Mindestweite verfügbar ist, wirklich absolut grabenlos gearbeitet werden kann: Man schafft die Komponenten in die Tiefe und montiert das Gerät vor Ort. Selbst Großprofile von 5 Metern Nennweite, die das aktuelle Limit der SPRTM-Technik darstellen, sind grundsätzlich ohne Start- und Zielbaugruben sanierbar: ein unschätzbarer Vorteil in Fällen, wo es oberirdisch eng zugeht, wo die benachbarte Bausubstanz keine Tiefbauarbeiten zulässt oder wo sehr sensible bzw. kostspielige Oberflächen geschont werden müssen.

SPRTM: Wickelmaschine läuft dem Rohrstrang voraus
Ist die Wickelmaschine startklar, beginnt der eigentliche Bauvorgang: Über den Schacht führt man einen PVC-Profilstreifen, der auf Trommeln angeliefert wird, in die Wickelmaschine ein, die den Profilstreifen zu einem der gewünschten Nennweite (in Moskau also DN 1200 bzw. DN 950) entsprechenden Startkreis wickelt, an dem sich der Durchmesser des nachfolgend gewickelten Rohrstranges ausrichtet. Der Profilstreifen wird durch die Verbindung eines doppelten Schloss-Systems mit sich selbst endlos gekoppelt. So entsteht aus dem linearen Systemelement im Wickelvorgang die Rohrinnenwand als dreidimensionale Struktur. Ein Unterschied zu anderen Rohrwickeltechniken ist die auf Rollen mobile SPR-Wickelmaschine: Sie läuft im Altkanal dem entstehenden Rohr voran, statt dieses vom Standort der Maschine aus ins Rohr einzuschieben. Dass sich die Maschine bewegt und nicht das gewickelte Rohr, reduziert überflüssige Reibung und ermöglicht theoretisch unbegrenzte Einbaulängen.wobei alle Tausend (Material-)Meter ein neuer Profilstreifen in der Maschine angeschweißt werden mussIm Moskau wurden für die 363 Meter Kanal unter der Timura Frunze-Straße rund 16.000 laufende Meter PVC-Profil eingewickelt, die aus Glebitzsch aufgetrommelt angeliefert wurden.

Stahlverstärkung des PVC-Profils
In Moskau kam eine spezielle Option des SPRTM-Verfahrens zum Zuge: Der PVC-Profilstreifen war mit einer Armierung aus verzinktem Stahl versteift, die dem Liner selbst eine gegenüber der Basisversion deutlich gesteigerte Eigenstatik verleiht.
Ein üblicherweise kritischer Faktor ist bei Kanalsanierungsmaßnahmen, zumal in Regen- oder Mischwassersammlern, die Wasserhaltung. Nicht so beim SPR-Wickelrohr-Lining. Diese Technik kann bei Trockenwetterabfluss bis 25 cm Wassertiefe und 1 m/sec Fließgeschwindigkeit eingesetzt werden. Steigt der Abfluss über diese Wette hinaus, kann man die Technik problemlos sich selbst überlassen und nach Ende der Abflussspitze da weiter machen, wo man aufgehört hatte. So konnte auch in Moskau trotz teilweise schwieriger Wetterbedingungen die Sanierungsmaßnahme pünktlich und erfolgreich in dem vorgegebenen Zeitfenster abgeschlossen werden. Das schloss auch die letzten Arbeitsschritte ein, bei denen in den Ringraum eine Versteifung eingebaut wurde; um ein Aufschwimmen des Wickelrohrliners während der Verfüllung des Ringraums mit dem SPRTM-Hochleistungsmörtel zu verhindern. Insgesamt wurden rund 65 Kubikmeter des Spezialmörtels verarbeitet, der sich durch sehr hohe Druck-und Biegezugfestigkeit auszeichnet.

Heusweiler/Saar: Statische Ertüchtigung durch SPRTM
Dass dem SPR-Verfahren mit den in Moskau sanierten Nennweiten keine Einsatzgrenzen gesetzt sind, bewiesen die Experten von KMG LinerTec wenig später, 2500 Kilometer weiter südwestlich in der 20.000 Einwohner-Gemeinde Heusweiler bei Saarbrücken. Hier galt es, einen Abwasserkanal DN 1600 des Entsorgungsverbandes Saar präventiv zu sanieren. Das große Rohr, dem man mit Altrohrzustand II zwar bedenkliche Schäden, aber immerhin noch die Standsicherheit attestiert hatte, sah einer erheblichen Zusatzbelastung entgegen: Über dem Kanal will die Stadtbahn Saar GmbH einen zusätzliche Streckenabschnitt mit Haltepunkt bauen. Die zu erwartenden dynamischen Lasten wären für den vorgeschädigten Kanal doch auf Dauer nicht zu tragen gewesen, wie ein Gutachten ergab. Somit war die statische Ertüchtigung des Sammlers unbedingte Voraussetzung für den Bau der Bahnstrecke.
Auch hier entscheid man sich für das SPRTM-Verfahren in der Variante mit stahlverstärkten Profilstreifen. Ausschlaggebend für die Verfahrenswahl waren vor allem zwei Gesichtspunkte: Einerseits wäre mit anderen Verfahren eine sehr aufwändige Wasserhaltung (610 l/sec) erforderlich gewesen, die nun aus den weiter oben geschilderten Gründen auf ein Zehntel reduziert werden konnte. Anderseits war in dem ständig teilgefüllten Kanal eine TV-Inspektion bis dato nicht möglich gewesen. Die sehr hohe Flexibilität des SPR-Wickelrohr-Linings eröffnete jedoch die Option, auf eventuelle Überraschungen –etwa eine andere Schadenssituation- noch zu Sanierungsbeginn reagieren zu können. Dieser Fall trat indes nicht ein, so dass der Abwassersammler Heusweiler innerhalb von 2 Wochen (reiner SPRTM-Prozess) zur vollen Zufriedenheit des Entsorgungsverbandes Saar saniert werden konnte.
Vakuum Abwassersystem ein Schritt weiter

Die SIVAC Vakuumkanalisation von SEKISUI SPR Europe vermittelt Abwasser ohne Leckage über lange Distanzen zu kommunalen Kläranlagen

Die Entwässerung von kommunalem Abwasser mit einem Vakuumsystem gewinnt im Vergleich zum Freigefälle-Kanal immer mehr an Bedeutung. Das Unternehmen SEKISUI SPR Europe GmbH bietet dazu eine innovative Technologie, die sämtliche Vorteile der Vakuum-Systeme in sich vereint und enorme Potenziale für den globalen Abwassermarkt bietet.

Wenn ein neuer Shareholder ein Unternehmen oder gar eine Unternehmensgruppe übernimmt, befindet sich meist vieles im Wandel. Das kann sowohl die Organisationsstrukturen, die allgemeine Ausrichtung als auch das Produktportfolio betreffen. Besonders in einem globalen Konzernverbund entstehen dadurch zahlreiche Möglichkeiten, vorhandene Synergien zu nutzen und den Kunden auf der ganzen Welt die passende Lösung für ein Problem zu bieten. Diesen Vorteil bietet im Bereich der unterirdischen Infrastruktur die SEKISUI SPR Europe GmbH (SSPRE). Im Juni 2008 hat der japanische Konzern SEKISUI Chemical die Mehrheitsanteile an dem Unternehmen (ehemals CPT Chevalier Pipe Technologies) mit Hauptsitz in Schieder-Schwalenberg, Deutschland, übernommen. Als Teil des SEKISUI Unternehmensbereichs „Urban Infrastructure and Environmental Products Company“ treibt SSPRE fortan mit 530 Mitarbeitern die weltweite Vermarktung von unterirdischen Infrastrukturlösungen voran. Mit dem finanzstarken Mehrheitsgesellschafter im Rücken kann SEKISUI SPR Europe auf eine Vielzahl von führenden Technologien zurückgreifen: Die Wickelrohrverfahren der australischen Tochter SEKISUI Rib Loc tragen hier ebenso zum Ziel der globalen Marktführerschaft bei wie die Schlauchliningverfahren von SEKISUI NordiTube oder die japanische SPR Technologie, die eine Sanierung von Großprofilen in sämtlichen profile shapes ermöglicht. Ebenfalls aus Japan stammt ein weiteres Verfahren, das seit 2008 über das Vertriebsnetz von SSPRE und in Europa durch die KMG Pipe Technologies GmbH vermarktet wird: das SIVAC Vakuum-Abwassersystem – eine Technologie zur Entwässerung von Abwasserrohren

Wirtschaftliche Alternative
Das SIVAC Vakuum-Abwassersystem ist in Japan und Asien bereits seit 15 Jahren erfolgreich im Einsatz und wird nun weltweit vertrieben. Die Entsorgung von kommunalen Abwässern über ein Vakuumsystem bietet sich besonders in sensiblen Umgebungen wie beispielsweise in der Nähe von Seen, Küsten oder Häfen an. Der Grund: Das Rohrleitungssystem kann sehr flach in schmalen Rohrgräben verlegt werden, da nur geringe Durchmesser von 80 mm bis 200 mm notwendig sind. Durch die Besonderheit der Anordnung der Vakuum-Leitungen im „Sägezahnmuster“ ist sogar ein Abwassertransport in Kontergefällen möglich. Somit stellen beispielsweise Gewässer oder querende Leitungen keine Hindernisse mehr dar und die Tiefbau- und Rohrleitungsbaukosten werden erheblich reduziert. Darüber hinaus werden durch die geringen Einbautiefen auch keine neuen Ressourcen wie Sand als Füllmaterial benötigt. So erzielt das SIVAC Vakuum-Abwassersystem im Vergleich zu einer herkömmlichen Freigefälle-Entwässerung Einsparungen um bis zu 40 % bei den Einbau- und Betriebskosten und ist gleichermaßen umweltschonend.

In schmalen Leitungen bis zur Kläranlage
Wie in der Grafik abgebildet besteht das SIVAC Vakuum-Abwassersystem aus einem Haus-Anschlussschacht, der das Abwasser zunächst in einem Behälter sammelt. Durch Ventilgrößen von 3 Zoll können hier Abwässer von bis zu 6 Haushalten zusammenlaufen. Eine Steuereinheit - der Controller - öffnet das Vakuum-Ventil des Sammelbehälters, so dass anschließend das Abwasser mittels Vakuum in das Rohrsystem und weiter in eine Vakuumstation gesaugt wird. Dort wird es in einem Vakuumtank aufgefangen, bis Druckpumpen nach Erreichen seiner Kapazität die Abwässer in das öffentliche Kanalnetz befördern.

Leckagefrei und selbstreinigend
Ein Vakuum-Abwassersystem verfügt über eine geschlossen dichte Systembauweise, es sind sämtliche Rohrleitungen wie bei Trinkwasser- oder Gasleitungen fest verschweißt. Dadurch findet weder eine Infiltration von Grundwasser noch eine Exfiltration von verschmutztem Abwasser in die Umgebung statt. Das garantiert völlige Leckagefreiheit und entlastet die städtischen Kläranlagen. Darüber hinaus erübrigen sich durch systembedingte Selbstreinigungseffekte die normalerweise jährlich geforderten Rohrleitungsspülungen (in Deutschland muss jedes Abwasserrohrsystem beispielsweise zweimal jährlich gereinigt werden). Die Verlegung nach dem Sägezahnprinzip ermöglicht, dass bei den entstehenden Verwirbelungen bei der Absaugung der Abwässer alle Schwebstoffe und Ablagerungen mitgerissen und das Rohr so dauerhaft gereinigt wird. Vakuum-Abwasserrohrsysteme sind daher besonders umweltschonend und reduzieren die Belastung und Gefahren für die Umwelt auf ein Minimum. Im Vergleich zu anderen Vakuum-Abwassersystem verfügt die SIVAC Technologie von SEKISUI SPR Europe über Streckenbelüftungsventile, die das System automatisch belüften. Durch diesen herausragenden Effekt kann das Abwasser über mehr als zwei Kilometer weit transportiert werden, doppelt so weit im Vergleich zur Freigefälle-Entwässerung.

Zahlreiche Anwendungsgebiete
Den Anwendungsmöglichkeiten des SIVAC Vakuum-Abwassersystems sind durch die geringe Verlegungstiefe und die schmalen Rohrleitungsdurchmesser kaum Grenzen gesetzt: Es eignet sich zur Entwässerung in Erholungs- und Industriegebieten, niedrig gelegenen städtischen Gebieten oder bei einem hohen Grundwasserspiegel ebenso wie bei Überschneidungen von Leitungen, Straßen und Flüssen oder schwierigen Bodenverhältnissen. SEKISUI SPR Europe verfolgt daher ambitionierte Ziele mit dem hauseigenen SIVAC System: Für das Jahr 2010 sind bereits mehrere Projekte in internationalen Großstädten in Planung, die über die Baufirmen im Konzernverbund mit hoher technischer Kompetenz ausgeführt werden. Eine davon ist das deutsche Traditionsunternehmen KMG Pipe Technologies, das die japanische SIVAC-Technologie in Europa anwendet und dabei auf das Wissen eines weltweiten Expertennetzwerks für unterirdische Infrastrukturlösungen der SEKISUI SPR Europe zurückgreifen kann.